Darmkrebs - Koloncarcinom
Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Mehr als 50.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu an dieser Krankheit und mehr als 30.000 sterben pro Jahr daran. Die Sterblichkeit an Darmkrebs kann durch Früherkennung ( Koloskopie -Darmspiegelung ) gesenkt werden.
Darmkrebs kann aufgrund seiner Lokalisation in zwei Haupttypen unterschieden werden: Darmkrebs (Kolonkarzinom) und Enddarmkrebs (Rektumkarzinom). Sie entstehen zu mehr als 95% aus drüsigen Neubildungen (Adenome), die sich als Polypen im Darm (Darmpolypen) nachweisen lassen. Es wird zwar nicht jeder drüsige Polyp (Adenom) zu einem Karzinom, jedoch lässt sich nicht vorhersagen, welcher Polyp zu einem Karzinom wird, so dass jeder Polyp entfernt werden sollte. Frühe Carcinom Stadien lassen sich durch eine Operation heilen. Je später ein Carcinom entdeckt wird, um so ungünstiger gestaltet sich die Prognose. Früherkennung heisst deshalb die Devise.
Risikostratefizierung
Das Lebenszeitrisiko an einem Darmkrebs zu erkranken liegt bei 4 - 5 %. Mit dem Alter steigt das Risiko stark an und erreicht im Alter von 75 Jahren ein Risiko von nahezu 20 %.
Ein deutlich erhöhtes Risiko tragen Patienten , bei denen Eltern oder Geschwister an einem Darmkrebs erkrankt sind. Sofern bei 3 direkt miteinander Verwandten Darmkrebs aufgetreten ist , besteht der hochgradige Verdacht auf eine familiäre Darmkrebserkrankung . Aber auch bei Frauen, die an einem Unterleibskrebs (Endometriumkarzinom) erkrankt sind.
Verdacht auf eine erbliche Tumorerkrankung :
Ist bei einem Familienmitglied ein Darmpolyp ( Adenom ) vor dem 40 . LJ diagnostiziert worden ?
Ist bei einem Familienmitglied eine Darmkrebserkrankung vor dem 45 . LJ diagnostiziert worden ?
Ist bei drei Familienmitgliedern ein Tumor des Kolorektums. Endometriums. Magen, Ovarien, Pankreas, Ureter, Nierenbecken, Gallenwege , Gehirn aufgetreten ?
Gegebenfalls wurde bei einer dieser Personen die Krebserkrankung vor dem 50. LJ erkannt.
Vererbung
Familiärer und vererbbarer Darmkrebs
Familien, in denen Darmkrebspatienten oder Patienten mit Darmpolypen (Adenome) bekannt sind, tragen ein z.T. erhebliches Risiko für Darmkrebs. Je mehr Familienangehörige betroffen sind, desto größer ist das Risiko. Bei Familien mit mehr als drei Verwandten, die auch z.T. vor dem 50. Lebensjahr erkrankt sind, spricht man von einem Verdacht auf ein erbliches Darmkrebsleiden (familiäre adenomatosis Polyposis (FAP) und hereditäres nicht-polyposis Kolonkarzinomsyndrom (HNPCC)). Bei diesen Erkrankungen ist eine humangenetische Beratung und gegebenenfalls eine humangenetische Diagnostik zu empfehlen.
Vorsorge und Früherkennung werden für diese Familien risikoadaptiert und individuell gestaltet. Fragen Sie deshalb bei uns nach, wenn sich in ihrer Familie mehr als drei Verwandte mit Darmkrebs, Gebärmutterkrebs oder Bauchspeicheldrüsenkrebs finden.
Symptome
Darmkrebs macht leider in einem sehr fortgeschrittenem Stadium erst Symptome, weshalb die Früherkennung mittels Koloskopie so bedeutend ist. Symptome sind: Blut am oder im Stuhlgang , Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall, Stuhlgewohnheitsänderung, immer wiederkehrende Schmerzen im Bauchraum.
Diagnostik
Die sicherste Diagnostik der Polypen und des Darmkrebs ist die Darmspiegelung.
Therapie
Polypen können durch endoskopische Verfahren entfernt werden. Bei sehr großen Polypen oder bei Darmkrebs ist ein chirurgisches Vorgehen notwendig.