Venenthrombose
Das Blut versorgt unseren Körper mit allen Nährstoffen. Dazu muss es frei fließen können - es sei denn, wir schneiden uns zum Beispiel in den Finger. Dann muss es schnell gerinnen, sonst verbluten wir. Blut muss also beides können: Frei fließen und wenn notwendig gerinnen.
Wie geht das?
Drei Faktoren wirken zusammen: Gefäßwände, die Blutplättchen, das Gerinnungssystem, ein kompliziertes Zusammenspiel von gerinnungsfördernden und gerinnungshemmenden Mechanismen.
Was ist eine Thrombose ?
Verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen gerinnungshemmenden und gerinnungsfördernden Prozessen zu Gunsten der Gerinnungsbildung, können sich Blutgerinnsel bilden.
Blutgerinnsel in einer Arterie verursachen Schlaganfall und Herzinfarkt. Bei den Venen sind meist die Beinvenen betroffen. Führt ein Blutgerinnsel zum Verschluss einer Vene spricht man von einer Thrombose. Diese kann eine lebensbedrohliche Lungenembolie auslösen.
Thrombose lassen sich vermeiden!
Jahr für Jahr erkrankt einer von 1000 Bundesbürgern an einer Thrombose. Einer zu viel! Denn Thrombosen lassen sich vermeiden. Z.B., indem sie mit ihrem Arzt abklären, ob sie zu einer Risikogruppe gehören. Keine Angst, selbst wenn das so wäre: heute gibt es ausgezeichnete Vorbeugemöglichkeiten.
Durch spezielle Laboruntersuchungen kann man heute feststellen, ob jemand ein angeborene Neigung zu Thrombosen besitzt (= angeborener Risikofaktor). Noch bis vor 10 Jahren war das nur in seltenen Fällen möglich. Heute gelingt es bei über 50 Prozent der Thrombose Patienten. Der Vorteil für Sie: die Laborergebnisse erlauben Ihrem Arzt, Ihr individuelles Risikoprofil zu erkennen und wenn nötig Vorbeugemaßnahmen einzuleiten.
Angeborene Risikofaktoren :
Thrombosen können zum Beispiel durch die angeborene Faktor V Leiden Mutation verursacht werden. Davon sind 24 bis 30 Prozent der Thrombose -Patienten, aber auch fünf bis sieben Prozent der Gesamtbevölkerung betroffen. Übrigens, der Name "Leiden" soll nicht ein größeres Leiden andeuten. Er stammt von Entdeckungsort der genetischen Veränderung, der Stadt Leiden in Holland.
Führen angeborene Risikofaktoren automatisch zu einer Thrombose?
An dieser Stelle sei gleich erwähnt, dass viele Menschen zwar ein angeborenes Thrombose Risikofaktor in sich tragen, im Lauf ihres Lebens aber nie an einer Thrombose erkranken. Hier können sie einen wesentlichen Beitrag leisten. Damit sich ein venöses Blutgerinnsel ausbildet, müssen mehrere Faktoren zusammenkommen. Liegt ein angeborener Risikofaktor vor, so lässt beispielweise ein Langstreckenflug länger als 10 Stunden ohne mechanische oder medikamentöse Prophylaxe- ( Vorsorge) Maßnahmen das Risiko deutlich ansteigen. Hier können Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt eigenverantwortlich durch geeignete Maßnahmen dazu beitragen, dass die Ausbildung einer Thrombose vermieden werden kann.
Auch Schwangerschaft und das Wochenbett zählen zu besonderen Risikosituationen für die Entstehung einer Thrombose. Sollten Sie schwanger sein oder sollten Familienangehörige an einer Thrombose erkrankt sein, dann lassen Sie sich von ihrem Arzt umfangreich aufklären und beraten. Ebenso aufmerksam sollten sie sein, wenn sie vielleicht schon eine oder gar mehrere Fehlgeburten erlitten haben, deren Ursache in einigen Fällen in einer Gerinnungsstörung liegen kann.
Spezielle Risiko Situationen
Wer erblich vorbelastet ist, sollte unbedingt Vorbeugemaßnahmen ergreifen, insbesondere wenn zusätzliche Risikofaktoren auftreten, wie zum Beispiel:
- Operation
- Bewegungsmangel im Krankenbett
- Bewegungsmangel während langer Auto bzw. Flugreisen
- höheres Lebensalter
- Übergewicht
- Entwässerungskuren
- Schwangerschaft
- Wochen Bett
- Einnahme der Antibabypille
- Einnahme von Hormonen in den Wechseljahren
- chronisch entzündliche Erkrankungen (Rheuma, Tumoren, chron. entzündliche Darmerkrankungen ) Venenerkrankungen, z.B. Krampfadern
Tipps zur richtigen Vorbeugung
Für alle:
achten Sie bei langen Auto- und Flugreisen auf Bewegung. Selbst auf engstem Raum lassen sich Arme, Beine und Rücken kurzzeitig anspannen und entspannen. Probieren Sie es einfach aus. Hauptsache, es kommt Bewegung in ihre Venen und Adern: Fließen lassen!
Rür Risiko Patienten:
sind in ihrer Familie bereits Thrombosen oder Lungenembolien aufgetreten? Dann sollten sie mit ihrem Arzt sprechen und ihr Blut auf die Thrombose Risikofaktoren untersuchen lassen. Damit kennen sie ihr individuelles Risikoprofil und Können Risikosituationen besser vorbereiten durch:
Regelmäßiges Tragen richtig angepasster Kompressionsstrümpfe .
Kurzfristige ambulante Selbstherapie durch Spritzen von sog. niedermolekularen Heparin. Keine Angst, die Fertigspritzen sind leicht zu handhaben. Ihr Arzt zeigt ihn wie.
Wie erkenne ich Thrombosen und Lungenembolien?
Eine Beinvenen thrombose macht sich bei jedem anders bemerkbar. Typische Zeichen sind Schmerzen, Spannungs- oder Druckgefühl, Anschwellungen und Hautrötung an den Beinen. Zu den Anzeichen einer Lungenembolie gehören plötzlich auftretende Atemnot und Schmerzen im Brustkorb. Lassen sich dazu von Ihrem Arzt beraten.
Weitere Informationen bei: Deutscher Thrombophilie Gesellschaft