Rhythmusstörungen

Sie haben es selbst bemerkt oder Ihr Arzt hat es bei Ihnen festgestellt: unregelmäßige Herzschläge.
Manchmal glaubt man, das Herzen würde rasen, ein anderes mal es würde aussetzen, stehenbleiben oder Stolpern, so dass einem der Schweiß vor Angst ins Gesicht tritt. Oft treten die Störungen der regelmäßigen Herztätigkeit nur gelegentlich auf oder man sie nur gelegentlich bemerkt, auch wenn sie dauerhaft vorhanden sind.
Bei einem herzgesunden Menschen liegt die durchschnittliche Herzfrequenz zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute. Bei körperlicher oder auch seelischer Belastung kann der Puls jedoch auf eine Frequenz von 100 - 160 Schläge pro Minute steigen. In der Nacht sinken die Herzfrequenzen auf Werte zwischen 60 und 45 Schläge pro Minute, bei Hochlesitungsportlern auch bis auf 30 Schläge pro Minute.Prinzipiell unterscheidet man bei Herzrhythmusstörungen: harmlose Herzrhythmusstörungen, die quasi als Fehlzündungen bei Personen mit gesundem Herzen angesehen werden Störungen der Impulsgeber der Herzens (also des Sinusknotens oder des AV-Knotens)

Herzrhythmusstörungen als Folge einer Herzkrankheit

Herzrhythmusstörungen als Folge anderer Erkrankungen, etwa einer Schilddrüsenüberfunktion. Sind die manchmal kurzzeitig oder manchmal auch für eine längere Zeit auftretende Herzunregelmäßigkeiten (Herzrhythmusstörungen) harmlos oder können sie den Menschen gefährlich werden?
Der Hohlmuskel "Herz" besteht aus zwei Vorhöfen und zwei Herzkammern, die in einer ganz bestimmten Reihenfolge nacheinander schlagen müssen, um das Blut in den Lungenkreislauf bzw. in den großen Körperkreislauf zu transportieren. Damit diese vier verschiedenen Kammern in der richtigen Reihenfolge schlagen, werden Nervenimpulse, die im Sinusknoten gebildet und über denAV-Knoten fortgeleitet werden, über das His-Bündel in die Muskelzellen der rechten und linken Herzkammer geleitet.
Durch die vom Sinusknoten gesteuerten Impulse werden die anderen Herzkammern zur Schlagen gebracht. Arbeiten Sinus-Knoten oder AV-Knoten jedoch nicht richtig oder sind die anderen Leitungsfasern gestört, dann können Rhythmusstörungen auftreten.
Erwähnt werden muß allerdings, daß die Herzrhythmusstörungen durch Genussgifte wie Alkohol, Nikotin und Kaffee verstärkt aber auch ausgelöst werden können, ebenso durch Schlafmangel.
Schwindelanfälle, infolge der unzureichenden Blutversorgung des Gehirns mit Sauerstoff durch die inadäquate "Drehzahl der Pumpe" sind nicht selten, auch ist das körperliche Leistungsvermögen bei schweren Fällen gemindert, die Konzentrationsfähigkeit reduziert.
Da die Ursachen der Störung des normalen Herzrhythmus meist Folgen von Herz-/Kreislauferkrankungen wie Hypertonie, KHK oder Herzklappenfehler sind und andere Ursachen wie Kalium- oder Magnesium-Mangel auch vorkommen, gilt es zunächst die Grunderkrankung anzugehen. Behandlungsbedürftigkeit besteht nur bei Beschwerden, die den Patienten sehr belasten, etwa auf Grund von Schwindelanfällen, wenn sich die Störung auf die Leistungsfähigkeit auswirkt und wenn aufgrund der Hochgradigkeit der Rhythmusstörungen die Gefahr eines plötzlich auftretenden Herztodes gegeben ist.
In solchen Fällen werden Sie von Ihrem Arzt Medikamente erhalten, die die Extraschläge des Herzens oder die zu schnelle Schlagfolge normalisieren; eine antiarrhythmische Therapie muss überwacht werden.
Bei Vorhofflimmern hängt es u.a. von den Beschwerden ab, ob eine antiarrhythmische Therapie bzw. eine elektrische Kardioversion angezeigt ist; ein ganz wichtiger Punkt ist in diesem Zusammenhang auch die Blutverdünnung (Antikoagulation) um von durch im Herzen gebildete Gerinsel ausgehende Gefahr vonSchlaganfälle zu minimieren.Auch ein Herzschrittmacher kann bei bestimmten Formen der Herzrhythmusstörung erforderlich werden, etwa bei Bradykardie (zu langsamer Herzschlagfolge) oder ein sog. imlantierbarer Kardioverter bei hochgradigen, aus den Kammern entspringenden sog. ventrikulären Rhythmusstörungen, insbesondere wenn eine Herzmuskelschwäche vorliegt.